Käptn Rummelsnuff

Ein Dokumentarfilm von Kai Bagsik

Es ist bemerkenswert, wie schnell wir bei meiner Dokumentation "Käpt'n Rummelsnuff – der Mehrheitsgeschmack geht ins Milde" (AT) zu der Haltung gelangten, den Strang los- und die Produktion wachsen zu lassen: Das anfängliche Vorhaben, mit einem Mini-Team eine günstige Gelegenheit für ein dreiminütiges Interview zu nutzen und das Ergebnis auf einem Online-Videoportal zu präsentieren, hat sich sofort selber überholt, als wir erkannten, dass der Dreiminüter kein Ergebnis, sondern ein Ausgangspunkt war, Ur-Zelle und Kernstück eines höchst lebendigen Mosaiks, das in den vergangenen Monaten um zahllose wertvolle Steine gewachsen ist.

 

Menschen, Plätze und Themen aus dem Rummelsnuff-Universum haben sich gewissermaßen um einen Auftritt im Film beworben und sind zu einem organischen Porträt eines Künstlers und seiner Welt integriert worden. Die vitale Kraft des Films verdankt sich auch – da bin ich sicher – der Bereitschaft der Regie, die Kontrolle über die auftretenden Figuren, ihre Orte und Worte teilweise kontrolliert auf-, anstatt alles und immer kontrollierend vorzugeben.

 

Die nicht-konzeptionelle Herangehensweise an einen Dokumentarfilm, der weitgehende Verzicht auf eine Erwartungshaltung und das Vertrauen in Sensibilität und Empathie sowie in die natürliche künstlerische Tendenz zur Einsammlung haben sich bewährt und im Nachhinein meine These von der Wichtigkeit einer Haltung zugleich widerlegt und bestätigt.